Im Rahmen der Behandlungsangebote der Universitäts-Nervenklinik des Saarlandes wurde eine Therapiestudie für Patienten mit beginnenden Demenzerkrankungen vom Alzheimer-Typ angeboten. Bei dieser Behandlungsstudie wurde die Wirksamkeit einer Gabe von Kupferorotat geprüft, welches zusätzlich zur Standardbehandlung mit einem Cholinesterasehemmer gegeben wurde.
Zur Teilnahme an dieser Untersuchung war eine eingehende Untersuchung erforderlich, bei welcher die Diagnose einer beginnenden Demenzerkrankung vom Alzheimer-Typ abgesichert wurde. Im Rahmen dieser Diagnostik wurde neben klinischen Untersuchungen, Laboruntersuchungen, einer Schichtaufnahme (Kernspintomographie) auch eine Nervenwasseruntersuchung (Liquorpunktion) durchgeführt (zu Beginn und nach 12 Monaten).
Insgesamt wurden 70 Patienten eingeschlossen und über 12 Monate behandelt. Internationale Standards in der klinischen Forschung erfordern ein doppel-blindes und Plazebo-kontrolliertes Design. Regelmäßige Visiten gewährleisteten eine engmaschige Beobachtung.
Ziel: Wirksamkeitsstudie mit Alzheimer Patienten in einem doppel-blinden und Plazebo-kontrollierten Design.
Die Hälfte der Patienten erhielt über 12 Monate eine tägliche Dosis von 8 mg Cu. Alle Patienten erhielten alle einen gängigen Acetylcholinesterase Inhibitor als Basismedikation.
1. Ergebnis:
Kein Behandlungseffekt auf neuropsychologische Parameter. Die Plazebogruppe verschlechterte sich von 17 Punkten auf 20 Punkten im ADAScog Test und von 23 auf 21 Punkte im MMST Test. Ähnliches war auch in der Gruppe der Patienten zu beobachten, die Kupfer erhielten. Im ADAScog Test verschlechterte sich diese Gruppe von 15 auf 17 Punkte und im MMST Test von 24 auf 21 Punkte.
2. Ergebnis:
Stabilisierung eines wichtigen Biomarkers für die Alzheimer Krankheit durch Kupferbehandlung. Die Plazebo-Gruppe zeigte einen 30%-igen Abfall der Abeta42-Werte im Nervenwasser (Liquor, CSF), was einer Verschlechterung der Krankheit entspricht. Durch die Kupfer-Behandlung konnte eine Stabilisierung der Abeta42-Werte erzielt werden. Die Werte verringerten sich nur um 10%. Ein Behandlungseffekt kann deshalb nicht mehr ausgeschlossen werden
Studienergebnisse liegen zum Download bereit:
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Thomas BayerUniversität Göttingen
Klinik für Psychiatrie
Arbeitsgruppe für Molekulare Psychiatrie
Von-Siebold-Straße 5
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